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  • Monika Freiburghaus

Die Wirkung von Komposttee

Versuche mit Komposttee: Bachelor-Arbeit von Monika Freiburghaus


Komposttee ist ein wässriger Auszug von reifem Kompost. Die regenerative Landwirtschaft setzt Komposttee zur Pflanzenstärkung und für die Bodenverbesserung ein.



Der durchschnittliche pH-Wert von Komposttee liegt bei ca. 8.0. Der optimale Blattsaft-pH von Kulturpflanzen liegt hingegen bei ca. 6.4. Dieser Wert zeigt in der Regel an, dass die Pflanze ausgewogen ernährt ist und über eine solide Abwehrkraft verfügt. In meiner Bachelorarbeit untersuchte ich deshalb hauptsächlich die Wirkung von pH-reduziertem Komposttee im Vergleich mit "normalem" Komposttee auf die Kulturen.


Der Hauptversuch


In meinem Hauptversuch senkte ich durch Zugabe einer Carbonsäure den pH-Wert von Komposttee auf 6.3 und führte damit im Treibhaus mit Radieschen- und Spinatkulturen einen randomisierten Blockversuch durch. Die mit pH-reduzierten Komposttee behandelten Kulturen verglich ich dabei über diverse Parameter wie Ertrag, Blattsaft, Boden und Pflanzengesundheit mit unbehandeltem Komposttee und zur Kontrolle mit einer einfachen Wasserapplikation.



Signifikant höhere Erträge


Die Ertragsparameter zeigten, dass das Komposttee-Verfahren mit pH-Senker im Vergleich zur Kontrolle signifikant höhere Erträge (Blattmasse, Knollenanzahl, Knollengewicht) bringt.


Die Unterschiede zwischen den beiden Komposttee-Verfahren waren hingegen nicht signifikant, wenn auch das Verfahren mit pH-Senker leicht höhere Erträge generierte. Zudem zeigten die Wurzellängen bei beiden Kulturen eine positive Korrelation mit den höheren Erträgen.



Hochrechnungen bei den Radieschen ergaben, dass beim Verfahren Komposttee mit pH-Senker sechs Bunde Radieschen mehr pro Quadratmeter (10 Radieschen/Bund) verkauft werden können im Vergleich zur Kontrolle. Dies ergibt einen Mehrertrag bei einem Verkaufspreis von CHF 1.70/Bund von gut CHF 10.00/m2. Die Radieschen sprachen sehr gut auf den pH-Senker an. Ein Mehrertrag von gut 4 Bund/m2 konnte im Vergleich zum unbehandelten Komposttee generiert werden, was gut CHF 7.00/m2 entspricht.


Beim Spinat zeigten sich die beiden Komposttee-Verfahren nur minim unterschiedlich voneinander. Es wurde ein Ertragsunterschied bei Komposttee mit pH-Senker von 330g/m2 und bei Komposttee unbehandelt von 300g/m2 im Vergleich zur Kontrolle hochgerechnet. Dies ergibt einen Mehrertrag zwischen CHF 3.60 und knapp CHF 4.00/m2 bei einem Verkaufspreis von CHF 10.00/kg.



Die beiden Komposttee-Verfahren zeigen unter Einbezug aller berücksichtigten Parameter gute Ergebnisse und heben sich von der Kontrolle ab. Dies zeigt, dass die Anwendung von Komposttee durchaus Potenzial in Bezug auf Pflanzengesundheit, Boden aber auch Ertrag hat.


Ob der Einsatz eines pH-Senkers im Komposttee Sinn macht bedarf weiteren Versuchen, da doch grosse Unterschiede zwischen den beiden Kulturen vorhanden waren.


Präsentation in der Regenerativ-Community


Am 18. September 2023 stellte ich meine Forschungsresultate am Online-Treff der Regenerativ-Community vor. Hier die Aufzeichnung:



Wirbelrichtung beim Brauvorgang


In Nebenversuchen untersuchte ich zudem unter anderem die Wirbelrichtung des Brausystems anhand eines reinen Wasser-Versuchs auf den pH, EC (elektrische Leitfähigkeit) und den Redox.


Ich konnte allerdings nur minime Unterschiede zwischen Wirbelrichtung link und rechts feststellen. Es fehlten dabei jedoch die Wiederholungen. Um diese Ergebnisse untermauern zu können bedarf es weiterer Untersuchungen.


Vorangehende Wasserbelüftung


An einem weiteren Nebenversuch mit zwei Brausystemen konnte ich durch eine vorangehende Wasserbelüftung aufzeigen, dass sich der pH bereits im Wasser durch die Verwirbelung, respektive Oberflächenbewegung erhöht. Dies erklärt sich damit, dass durch diese Bewegung mehr Sauerstoff ins Wasser gelangt und die Konzentration der Hydroxidionen (OH-) erhöht wird, sowie dass dabei Kohlendioxid aus dem Wasser entweicht, was wiederum den pH erhöht.


Die vorangehende Wasserbelüftung führt jedoch im Endeffekt dazu, dass im Vergleich zum Verfahren ohne vorangehende Wasserbelüftung nach dem Brauvorgang der pH und EC tiefer und der Redox höher ist.


Auch die beiden Brausysteme zeigen sich im Vergleich zueinander unterschiedlich. Der Einsatz eines microbiometer® zeigte Unterschiede zwischen den Brausystemen und deren Rezeptur auf die mikrobielle Biomasse. Die eingesetzte Menge vom Kompost, dessen Alter und pH spielen dabei unter anderem eine Rolle. Die Genauigkeit des microbiometer® ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, dennoch kann dessen Einsatz einen ersten Eindruck über die vorhandene mikrobielle Biomasse geben.


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